Nach Maßgabe der Energie-Einsparverordnung müssen Immobilienverkäufer oder -vermieter Interessenten einen Energieausweis vorlegen, damit diese den energetischen Standard des Gebäudes im Vergleich zu anderen Gebäuden beurteilen können.

Der Energieausweis lässt gewisse Rückschlüsse auf die zu erwartenden Energiekosten zu: Er legt offen, wie gut der bauliche Wärmeschutz, wie groß die Energieverluste der Heizungsanlage und wie hoch die CO2-Emissionen sind. Alle wichtigen Kennzahlen sind so auf einen Blick ersichtlich. Der tatsächliche Energieverbrauch kann jedoch, je nach Nutzerverhalten und Gebäudestandort, erheblich vom Energiebedarv nach EnEV abweichen.

Man unterscheidet zwischen einem bedarfsbasierten Energieausweis und einem verbrauchsbasierten Energieausweis: Ersterer informiert über die Qualität der Gebäudehülle und der Anlagentechnik und gibt somit Hinweise auf die Qualität des Gebäudes. Der auf Basis von Norm-Randbedingungen errechnete Energiebedarf lässt sich direkt mit dem anderer Gebäude vergleichen, unabhängig vom Standort oder Nutzerverhalten.

Dahin gegen bezieht sich der Verbrauchs-Energieausweis lediglich auf die real gemessenen Verbrauchsdaten, die beim Bezug der Immobilie durch neue Nutzer völlig anders aussehen können. Der Aufwand zur Erstellung dieser Art von Energieausweis ist verhältnismäßig gering, ebenso gering ist aber auch seine Aussagekraft und somit sein Nutzen für den Interessenten. Derartige Energieausweise sind zulässig für Gebäude, die nach 1978 errichtet wurden, oder die mehr als 4 Wohneinheiten umfassen.