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Auf diesen Seiten finden Sie kurz gefasste Antworten auf häufig gestellte Fragen zum baulichen Wärmeschutz, zu einer effizienten Anlagentechnik und zum Thema Baubiologie und Wohngesundheit. Der FAQ-Katalog wird kontinuierlich erweitert. Schauen Sie also hin und wieder nochmal rein!

Gerne können Sie mich zwecks eingehenderer Fragen kontaktieren (siehe: Kontakt). Eine bis zu 10-minütige telefonische Initialberatung ist für Sie kostenlos.


Wann lohnt sich die Dämmung von Außenwänden?

Die Wärmedämmung der Außenwände ist – aus energetischer Sicht – eine der effektivsten Maßnahmen zur Begrenzung der Wärmeverluste eines Gebäudes. Die Frage, die jeden sanierungswilligen Immobilienbesitzer umtreibt, ist natürlich, ob und wann sich eine solche Maßnahme finanziell amortisiert. Denn eine umfassende Fassadensanierung inklusive Wärmedämmung kostet viel Geld. Völlig falsch ist es jedenfalls, auf Stammtischparolen zu hören "Wärmedämmung lohne sich nicht":

Um die Frage, ob es sich also "lohnt", seriös beantworten zu können, ist eine Vor-Ort-Begutachtung des Gebäudes unabdingbar. Grundsätzlich gilt jedoch folgendes:

  • Je älter das Gebäude, desto schlechter ist i.d.R. der vorhandene bauliche Wärmeschutz. Besonders Gebäude, die zwischen 1946 (Nachkriegszeit) und 1978 (1. Wärmeschutzverordnung) errichtet wurden, sind nur sehr mangelhaft gegen Wärmeverluste über die Hüllflächen geschützt. D.h., hier amortisiert sich eine Wärmedämmung (u.a.) der Außenwände am schnellsten.
  • Nutzt man dann noch die Gelegenheit einer ohnehin notwendigen Fassadensanierung, z.B. weil der Putz marode ist, dann sind die Zusatzkosten für die Wärmedämmung nach nur wenigen Jahren über die Energieeinsparung wieder "hereingeholt".
  • Bei neueren Gebäuden muss man schon genauer hinsehen, denn sie verfügen oft schon über ein recht gut wärmedämmendes Mauerwerk oder über gedämmte Leichtbauwände aus Holz. Hier lohnt es sich i.d.R. nur selten, extra ein Gerüst aufzustellen, zu dämmen und neu zu verputzen, nur um den Wärmeschutz noch etwas zu verbessern. Auch hier gilt jedoch: Muss die Fassade sowieso gerade saniert werden, sollte man den Energieberater ausrechnen lassen, wie schnell sich eine zusätzliche Wärmedämmung möglicherweise doch rentiert. Je nach individuellen Umständen lohnt sich einen Fassadendämmung auch hier.
  • Weiterhin gilt es zu untersuchen, ob ggf. Zusatzkosten entstehen können, an die man nicht ohne weiteres denkt: Müssen z.B. Fensterbänke ausgetauscht werden, weil sie zu kurz sind? Reicht der vorhandene Dachüberstand aus? Müssen evtl. Anbauten (Wintergarten u.ä.) modifiziert werden? Gibt es besonders auffällige Wärmebrücken, die gesondert behandelt werden müssen? All dies kann der Energieberater in einem Gebäudecheck schnell feststellen.

Kann ich nicht einfach nur die alten Fenster durch neue ersetzen?

Man kann dazu sagen: "Im Prinzip, ja!". Ganz so einfach ist es jedoch nicht: Ohne ein durchdachtes Gesamtkonzept kann der Schuss schnell nach hinten losgehen!

Erinnern Sie sich an früher, wo im Winter das Wasser an den Einscheiben-Fenstern herunterlief, sich in sehr kalten Nächten sogar Eisblumen bildeten – innen, trotz Beheizung? Nun, damals waren die Fenster die mit Abstand kälteste Stelle der Gebäudehülle, quasi ein Indikator, der an das Lüften erinnerte. Und heute? Wenn alles richtig gemacht wurde, sind zwar die Fenster immer noch die kälteste Stelle (also kälter als die Außenwände) aber auf einem wesentlich höheren Niveau. Die Innenoberfläche hat eine Temperatur, bei der bei normaler Luftfeuchte kein Tauwasser mehr ausfällt.

Leider erlebt man in der Praxis jedoch häufig energetisch falsch sanierte Altbauten, bei denen aus Kostengründen auf eine Außenwanddämmung verzichtet wurde, dafür aber teure, hoch wärmedämmende Fenster eingesetzt wurden. Nun ist im Winter nicht mehr das Fenster die kälteste Fläche, sondern die Außenwand. Sprich: das Fenster bleibt trocken, dafür wandert die Feuchte in den Innenputz der Außenwand – mit dem Ergebnis, dass hier irgendwann der Schimmelpilz wächst. Den physikalischen Hintergrund erfahren Sie ebenfalls im Kapitel zur Außenwanddämmung.

Genau aus diesem Grunde muss darauf geachtet werden, dass bei alleiniger Fenstersanierung ohne – auch zukünftige – Außenwanddämmung das Wärmeschutzniveau (genauer: der Wärmedurchgangskoeffizient bzw. U-Wert) der neuen Fenster etwas unter dem der Außenwände liegt. Der gut gemeinte Rat des Fensterbauers zu Fenstern auf Passivhausniveau ist also nicht immer zielführend, und Sie können auf der anderen Seite viel Geld sparen!


Gedämmte Häuser schimmeln doch, oder?

Richtig ist: Manche Häuser schimmeln. Darunter sind ungedämmte Häuser und auch gedämmte Häuser. Falsch ist jedoch die Annahme, dass eine Außenwanddämmung für Schimmelbildung verantwortlich ist. Im Gegenteil: Eine Außenwand mit gutem baulichem Wärmeschutz verringert das Schimmelrisiko!

Es ist eine einfache Regel der Physik: Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft. So kann z.B. Luft von 20 °C höchstens 17,29 g/m³, Luft von 0°C dagegen nur höchstens 4,84 g/m³ Wasserdampf aufnehmen. Die relative Luftfeuchte beträgt in beiden Fällen 100%. Wird die kalte Luft aufgewärmt, so nimmt ihre relative Feuchte ab – im Beispiel auf 28%. Wird hingegen die warme Luft abgekühlt, so fällt die "überschüssige" Feuchte, die dann nicht als Wasserdampf gehalten werden kann, als flüssiges Wasser aus: Tauwasser entsteht. Im Beispiel wären das ca. 12,5 g/m³ – in einem 30 m² großen Raum fast 1 Liter!

Übertragen auf ein Gebäude heißt das: Trifft die warme Innenraumluft auf eine kalte Wandoberfläche, so kühlt sie dort ab, und ihre relative Feuchte nimmt zu. Ist die Wandoberfläche sehr kalt, fällt Tauwasser aus und die Wand wird feucht – was zunächst kaum sichtbar ist, aber nach einigen Tagen das Schimmelwachstum begünstigt. Schlimmer noch: Es muss noch nicht einmal Tauwasser ausfallen. Schon ab 80% relativer Luftfeuchte an der Wandoberfläche fühlt sich der Schimmel wohl und kann wachsen!

Gegen Schimmel an der Innenoberfläche der Außenwand hilft also nur eine ausreichend warme Wandoberfläche. Bei einer konventionellen Massivwand lässt sich dies durch eine außen aufgebrachte Dämmschicht erreichen, die den Wärmestrom von innen nach außen begrenzt. Bei Neubauten erreicht man dies auch ohne zusätzliche Dämmung: durch ausreichend dickes, wärmedämmendes Mauerwerk oder durch Massivholzwände.

Fazit: Ein Gebäude mit gutem baulichem Wärmeschutz schimmelt nicht – es sei denn, man schafft durch konsequentes Nichtlüften ein tropisches Gewächshausklima…


Wärmespeicherung durch massive Wände und die Rolle der Dämmung

Je schwerer eine Wand, je höher die Rohdichte des Materials, desto besser bzw. länger kann die Wärme darin gespeichert werden. Nach einschlägigen Studien hat dieser Umstand zwar nur geringe Auswirkungen auf den tatsächlichen Energieverbrauch, jedoch wirkt er sich erheblich auf das Wohlbefinden aus. Denn die gespeicherte Wärme gleicht Temperaturschwankungen aus, die z.B. entstehen, wenn nachts die Heizung abschaltet: Die Räume kühlen wesentlich langsamer aus und sind früh morgens beim Anspringen der Heizung noch recht angenehm temperiert. Auch der sommerliche Hitzeschutz profitiert von massiven Wänden.

Aus diesen Umständen jedoch zu schließen, man könne z.B. bei massivem Ziegelmauerwerk auf eine Wärmedämmung verzichten, weil ja tagsüber die tiefstehende Wintersonne die Wände von außen aufheizt und diese die so gespeicherte Wärme wiederum nachts an die Innenräume abgeben, ist falsch: Die Sonnenwärme dringt leider nur wenige Zentimeter in das Mauerwerk ein, und der Wärmestrom kehrt sich beim Verschwinden der Sonne wieder um. Die erhoffte Wärme kommt im Innenraum nie an. Selbst im Hochsommer dauert es Wochen, bis ein massives Mauerwerk richtig aufgewärmt ist. Nicht umsonst freut man sich zu dieser Jahreszeit über kühle Innenräume in Kirchen und Burgen – in denen es im Winter ohne enorme Heizleistungen schnell bitter kalt wird.

Die ideale Außenwand besteht daher – will man auf eine zusätzliche Dämmschicht verzichten – aus einem massiven Baustoff mit hoher Dämmwirkung und gleichzeitig gutem Wärmespeichervermögen. Bestimmte Massivholzkonstruktionen erfüllen diese Voraussetzungen (Holz hat von Natur aus ein optimal ausgewogenes Verhältnis von Wärmedämmung und -speicherung), aber auch neue, mineralische Baustoffe gehören dazu: Diesen "tragenden Dämmstoffen" gehört die Zukunft…


 

Unter welchen Voraussetzungen lohnt sich eine Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe ist eine feine Sache. Schließlich beheizt man darüber sein Haus mit kostenloser Umweltwärme aus dem Erdreich oder der Luft. Damit dieses funktioniert, benötigt man allerdings elektrische Energie, denn die dort vorhandenen (winterlichen) Temperaturen reichen nicht aus, um das Wasser in der Heizungsanlage zu erwärmen. So muss ein Kompressor das Kältemittel durch Verdichtung auf ein höheres Temperaturniveau heben. Nachdem es dann über einen Wärmetauscher seine Energie an den Heizkreislauf abgegeben hat, wird es wieder entspannt, wodurch seine Temperatur so weit absinkt, so dass es wieder neue Umweltwärme aufnehmen kann. Es handelt sich um das gleiche Prinzip wie beim Kühlschrank – nur dass die "Nutzseite" die warme Seite ist und nicht die kalte.

Wenn nun im Heizkreislauf eine hohe Temperatur gefordert ist (man nennt das "Vorlauftemperatur"), um die Räume z.B. über konventionelle Radiatoren zu beheizen, dann muss der Kompressor viel arbeiten. Sprich: Je höher die Vorlauftemperatur, desto höher der Stromverbrauch der Wärmepumpe, desto ungünstiger ist das Verhältnis aus der elektrischen Energie, die hineingesteckt werden muss und der Wärmeenergie, die bereitgestellt wird.

Als Maßstab für die Effizienz einer Wärmepumpenanlage wird daher die Jahresarbeitszahl herangezogen. Sie sagt aus, wieviel Heizungswärme im Verhältnis zum eingesetzten Strom von der Wärmepumpe im Laufe eines ganzen Jahres im betreffenden Haus erzeugt wurde. Mit den verbrauchten Kilowattstunden stehen damit auch die Betriebskosten fest. Und es lassen sich Rückschlüsse auf die durch die Stromerzeugung entstehenden Emissionen ziehen. Deshalb dient die Jahresarbeitszahl auch als Messlatte für Förderungen bei Wärmepumpen.

Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto höher die Jahresarbeitszahl – ideal sind Werte über 4 –, desto effizienter und kostengünstiger arbeitet die Wärmepumpe. Niedrige Vorlauftemperaturen sind möglich beim Einsatz von Niedertemperatur-Flächenheizungen (Fußbodenheizung oder die physiologisch besonders günstige Wandheizung). In Bestandsbauten mit gutem baulichen Wärmeschutz sind in einem gewissen Rahmen auch auch einfach größer dimensionierte Radiatoren möglich – eine Lösung, die vergleichsweise wenig Geld kostet…


Solarthermie zur Warmwasserbereitung oder Heizungsunterstützung

Solarthermische Anlagen nutzen, im Gegensatz zur Photovoltaik, die Sonnenstrahlung zur Wärmeerzeugung. Dabei ist der Wirkungsgrad wesentlich höher als zur Stromerzeugung. Je nach Auslegung der Solarthermischen Anlage kann diese zur Bereitung von Trinkwarmwasser oder zusätzlich zur Heizungsunterstützung eingesetzt werden. Welche dieser beiden (auch staatlich geförderten) Varianten sich lohnt, hängt vom Einzelfall ab.

Wenn Ausrichtung zur Sonne und Neigung stimmen sowie die gesamte Anlage inklusive des obligatorischen Pufferspeichers von der Fachfirma richtig dimensioniert wurde, kann man davon ausgehen, dass eine zur Warmwasserbereitung eingesetzte Anlage sich auf jeden Fall innerhalb weniger Jahre durch Brennstoffeinsparung bezahlt macht. Genauer hinsehen muss man jedoch bei Anlagen zur Heizungsunterstützung. Aktuelle Feldstudien haben gezeigt, dass eine Dimensionierung knapp über der förderfähigen Kollektorfläche (siehe BAFA-Infos) die Anlagenverluste durch die zusätzliche Hydraulik so hoch sind, dass über das Jahr gesehen eine Brennstoffeinsparung selten erfolgt.

In gänzlich anderen Dimensionen bewegen sich allerdings die sogenannten "Sonnenhäuser": Erste Exemplare dieser rein solar beheizten Häuser haben sich in der Praxis bewährt, weisen jedoch bis zu 10x größere Kollektorflächen und 50x größere Pufferspeicher als sonst üblich aus. Mehr Infos dazu gibt es z.B. beim Sonnenhaus-Institut.