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Wann lohnt sich die Dämmung von Außenwänden?

Die Wärmedämmung der Außenwände ist – aus energetischer Sicht – eine der effektivsten Maßnahmen zur Begrenzung der Wärmeverluste eines Gebäudes. Die Frage, die jeden sanierungswilligen Immobilienbesitzer umtreibt, ist natürlich, ob und wann sich eine solche Maßnahme finanziell amortisiert. Denn eine umfassende Fassadensanierung inklusive Wärmedämmung kostet viel Geld. Völlig falsch ist es jedenfalls, auf Stammtischparolen zu hören "Wärmedämmung lohne sich nicht":

Um die Frage, ob es sich also "lohnt", seriös beantworten zu können, ist eine Vor-Ort-Begutachtung des Gebäudes unabdingbar. Grundsätzlich gilt jedoch folgendes:

  • Je älter das Gebäude, desto schlechter ist i.d.R. der vorhandene bauliche Wärmeschutz. Besonders Gebäude, die zwischen 1946 (Nachkriegszeit) und 1978 (1. Wärmeschutzverordnung) errichtet wurden, sind nur sehr mangelhaft gegen Wärmeverluste über die Hüllflächen geschützt. D.h., hier amortisiert sich eine Wärmedämmung (u.a.) der Außenwände am schnellsten.
  • Nutzt man dann noch die Gelegenheit einer ohnehin notwendigen Fassadensanierung, z.B. weil der Putz marode ist, dann sind die Zusatzkosten für die Wärmedämmung nach nur wenigen Jahren über die Energieeinsparung wieder "hereingeholt".
  • Bei neueren Gebäuden muss man schon genauer hinsehen, denn sie verfügen oft schon über ein recht gut wärmedämmendes Mauerwerk oder über gedämmte Leichtbauwände aus Holz. Hier lohnt es sich i.d.R. nur selten, extra ein Gerüst aufzustellen, zu dämmen und neu zu verputzen, nur um den Wärmeschutz noch etwas zu verbessern. Auch hier gilt jedoch: Muss die Fassade sowieso gerade saniert werden, sollte man den Energieberater ausrechnen lassen, wie schnell sich eine zusätzliche Wärmedämmung möglicherweise doch rentiert. Je nach individuellen Umständen lohnt sich einen Fassadendämmung auch hier.
  • Weiterhin gilt es zu untersuchen, ob ggf. Zusatzkosten entstehen können, an die man nicht ohne weiteres denkt: Müssen z.B. Fensterbänke ausgetauscht werden, weil sie zu kurz sind? Reicht der vorhandene Dachüberstand aus? Müssen evtl. Anbauten (Wintergarten u.ä.) modifiziert werden? Gibt es besonders auffällige Wärmebrücken, die gesondert behandelt werden müssen? All dies kann der Energieberater in einem Gebäudecheck schnell feststellen.