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Wärmespeicherung durch massive Wände und die Rolle der Dämmung

Je schwerer eine Wand, je höher die Rohdichte des Materials, desto besser bzw. länger kann die Wärme darin gespeichert werden. Nach einschlägigen Studien hat dieser Umstand zwar nur geringe Auswirkungen auf den tatsächlichen Energieverbrauch, jedoch wirkt er sich erheblich auf das Wohlbefinden aus. Denn die gespeicherte Wärme gleicht Temperaturschwankungen aus, die z.B. entstehen, wenn nachts die Heizung abschaltet: Die Räume kühlen wesentlich langsamer aus und sind früh morgens beim Anspringen der Heizung noch recht angenehm temperiert. Auch der sommerliche Hitzeschutz profitiert von massiven Wänden.

Aus diesen Umständen jedoch zu schließen, man könne z.B. bei massivem Ziegelmauerwerk auf eine Wärmedämmung verzichten, weil ja tagsüber die tiefstehende Wintersonne die Wände von außen aufheizt und diese die so gespeicherte Wärme wiederum nachts an die Innenräume abgeben, ist falsch: Die Sonnenwärme dringt leider nur wenige Zentimeter in das Mauerwerk ein, und der Wärmestrom kehrt sich beim Verschwinden der Sonne wieder um. Die erhoffte Wärme kommt im Innenraum nie an. Selbst im Hochsommer dauert es Wochen, bis ein massives Mauerwerk richtig aufgewärmt ist. Nicht umsonst freut man sich zu dieser Jahreszeit über kühle Innenräume in Kirchen und Burgen – in denen es im Winter ohne enorme Heizleistungen schnell bitter kalt wird.

Die ideale Außenwand besteht daher – will man auf eine zusätzliche Dämmschicht verzichten – aus einem massiven Baustoff mit hoher Dämmwirkung und gleichzeitig gutem Wärmespeichervermögen. Bestimmte Massivholzkonstruktionen erfüllen diese Voraussetzungen (Holz hat von Natur aus ein optimal ausgewogenes Verhältnis von Wärmedämmung und -speicherung), aber auch neue, mineralische Baustoffe gehören dazu: Diesen "tragenden Dämmstoffen" gehört die Zukunft…