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Unter welchen Voraussetzungen lohnt sich eine Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe ist eine feine Sache. Schließlich beheizt man darüber sein Haus mit kostenloser Umweltwärme aus dem Erdreich oder der Luft. Damit dieses funktioniert, benötigt man allerdings elektrische Energie, denn die dort vorhandenen (winterlichen) Temperaturen reichen nicht aus, um das Wasser in der Heizungsanlage zu erwärmen. So muss ein Kompressor das Kältemittel durch Verdichtung auf ein höheres Temperaturniveau heben. Nachdem es dann über einen Wärmetauscher seine Energie an den Heizkreislauf abgegeben hat, wird es wieder entspannt, wodurch seine Temperatur so weit absinkt, so dass es wieder neue Umweltwärme aufnehmen kann. Es handelt sich um das gleiche Prinzip wie beim Kühlschrank – nur dass die "Nutzseite" die warme Seite ist und nicht die kalte.

Wenn nun im Heizkreislauf eine hohe Temperatur gefordert ist (man nennt das "Vorlauftemperatur"), um die Räume z.B. über konventionelle Radiatoren zu beheizen, dann muss der Kompressor viel arbeiten. Sprich: Je höher die Vorlauftemperatur, desto höher der Stromverbrauch der Wärmepumpe, desto ungünstiger ist das Verhältnis aus der elektrischen Energie, die hineingesteckt werden muss und der Wärmeenergie, die bereitgestellt wird.

Als Maßstab für die Effizienz einer Wärmepumpenanlage wird daher die Jahresarbeitszahl herangezogen. Sie sagt aus, wieviel Heizungswärme im Verhältnis zum eingesetzten Strom von der Wärmepumpe im Laufe eines ganzen Jahres im betreffenden Haus erzeugt wurde. Mit den verbrauchten Kilowattstunden stehen damit auch die Betriebskosten fest. Und es lassen sich Rückschlüsse auf die durch die Stromerzeugung entstehenden Emissionen ziehen. Deshalb dient die Jahresarbeitszahl auch als Messlatte für Förderungen bei Wärmepumpen.

Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto höher die Jahresarbeitszahl – ideal sind Werte über 4 –, desto effizienter und kostengünstiger arbeitet die Wärmepumpe. Niedrige Vorlauftemperaturen sind möglich beim Einsatz von Niedertemperatur-Flächenheizungen (Fußbodenheizung oder die physiologisch besonders günstige Wandheizung). In Bestandsbauten mit gutem baulichen Wärmeschutz sind in einem gewissen Rahmen auch auch einfach größer dimensionierte Radiatoren möglich – eine Lösung, die vergleichsweise wenig Geld kostet…